Pico Mágina: Der höchste Gipfel der Provinz Jaén
Der Pico Mágina ragt mit 2.167 Metern als höchster Gipfel der Provinz Jaén aus dem Karstmassiv der Sierra Mágina empor. Wer den Pico Mágina besteigt, betritt eine Welt aus weiten Kalksteinflanken, alten Hirtenhütten und einem Gipfelpanorama, das an klaren Tagen bis zur Sierra Nevada reicht. Schon der Anstieg zum Pico Mágina selbst lohnt jeden Schritt: er führt durch lichte Wacholderhänge, vorbei an jahrhundertealten Schneegruben und über den weiten Sattel des Collado del Puerto.

Dieser Artikel begleitet Schritt für Schritt durch die klassische Rundtour, zeigt die wichtigen Wegpunkte und beantwortet die häufigsten Fragen rund um Anfahrt, Schwierigkeit, beste Reisezeit und Ausrüstung. Mit dabei: ein detaillierter Steckbrief, Hinweise zum Refugio de Miramundos, Tipps zu den historischen Pozos de Nieve und ein klarer Saisonkalender.
Pico Mágina auf einen Blick
Bevor wir auf den eigentlichen Aufstieg eingehen, hier die wichtigsten Eckdaten der Sunhikes-Route auf den Pico Mágina im Überblick:
| Gipfelhöhe | 2.167 Meter (höchster Punkt der Provinz Jaén) |
|---|---|
| Wanderstrecke | 11,7 km Rundwanderung |
| Höhenmeter | 607 Höhenmeter |
| Dauer | 4:30 bis 5:30 Stunden |
| Schwierigkeit | moderat – trittsicher, gute Grundkondition, alpines Gelände |
| Höchster Wegpunkt | 2.148 Meter (Gipfel kurz betreten) |
| Niedrigster Wegpunkt | 1.610 Meter (Startpunkt Cortijo de la Tosquilla) |
| Startpunkt | Cortijo de la Tosquilla / Cañada de las Tres Cruces, 1.600 m |
| Anfahrt | Abzweig bei km 17 der A-324 zwischen Cambil und Huelma; ca. 6 km ansteigender Feldweg |
| Wegmarkierung | Subida a Pico Mágina y Miramundos |
| Schutzstatus | Parque Natural Sierra Mágina |
| Wasser unterwegs | keine Quelle – Wasser unbedingt mitführen |

Anfahrt und Startpunkt zum Pico Mágina
Der Aufstieg zum Pico Mágina beginnt am Cortijo de la Tosquilla, auch bekannt als Cañada de las Tres Cruces. Der Startpunkt liegt auf 1.600 Metern Höhe und ist von der Landstraße A-324 zwischen Cambil und Huelma aus erreichbar. Bei km 17 zweigt ein Feldweg ab, der etwa sechs Kilometer ansteigend bis zum Parkplatz führt. Auf den letzten Abschnitten ist der Weg für Fahrzeuge anspruchsvoll, vor allem nach Regenfällen.
Im Sommer kann die Zufahrt zum Cortijo de la Tosquilla zum Schutz der natürlichen Umgebung gesperrt sein. In diesem Fall verlängert sich die Wanderung um den Feldweganteil. Wer mit dem Mietwagen anreist, sollte ein Fahrzeug mit etwas Bodenfreiheit wählen – Allradantrieb ist nicht zwingend, aber im frühen Frühjahr und nach Regen ein klarer Vorteil.
Anreise mit dem Auto
Von Jaén-Stadt aus erreicht man den Startpunkt in etwa einer Stunde über die A-44 und A-324. Aus Granada sind es rund 90 Minuten über die A-44 und den Abzweig bei Campillo de Arenas. Die nächstgelegenen Basisorte sind Huelma (etwa 14 km entfernt) und Cambil (rund 20 km). Beide Dörfer eignen sich gut als Ausgangspunkt für eine Tageswanderung am Pico Mágina.
Parken am Cortijo de la Tosquilla
Direkt am Cortijo de la Tosquilla gibt es einen kleinen Parkbereich. Stellen Sie sicher, dass Sie keinen Wendebereich blockieren – in der Hauptsaison kann der Platz an Wochenenden knapp werden. Eine frühzeitige Anreise vor 9 Uhr morgens lohnt sich auch wegen der Temperaturen: Der erste Teil des Aufstiegs zum Pico Mágina liegt im offenen Gelände und hat wenig Schatten.

Die Route zum Pico Mágina im Detail
Die klassische Rundwanderung zum Pico Mágina folgt der Wegmarkierung Subida a Pico Mágina y Miramundos. Sie ist 11,7 Kilometer lang und überwindet 607 Höhenmeter. Die Schwierigkeit gilt laut Sunhikes als moderat – die Tour verlangt Trittsicherheit, eine gute Grundkondition und einen guten Orientierungssinn. Streckenweise verläuft die Route durch alpines Gelände.
Der erste Anstieg
Direkt vom Cortijo de la Tosquilla geht es bergan. Auf den ersten dreihundert Metern liegt die Steigung bei rund elf Prozent. Schon hier öffnet sich der Blick zurück ins Tal. Der Weg führt durch lichte Wacholderhänge und an ersten Felsblöcken vorbei. Die Karstlandschaft entlang des Weges erläutern verteilte Informationstafeln – die kurze Pause an einer dieser Tafeln lohnt sich.
Die Schluchten Barranco del Gargantón und Barranco del Buey
Nach dem ersten Anstieg passiert man die Schlucht Barranco del Gargantón mit ihren bizarren Felstürmen. Später folgen die Barrancos del Buey und de las Covatillas. Hier zeigen sich die geologischen Besonderheiten der Sierra Mágina besonders eindrucksvoll: senkrechte Felswände, scharfe Grate, kleine Höhleneingänge. Wer Zeit mitbringt, kann hier einen kurzen Fotostopp einlegen.

Aufstieg zum Refugio de Miramundos
Der Pfad steigt nun deutlich an – auf einzelnen Abschnitten beträgt die Steigung zwischen 18 und 27 Prozent. Auf 2.077 Metern erreicht man das Refugio de Miramundos, eine schlichte Schutzhütte mit hölzernen Etagenbetten. Von hier aus reicht der Blick an klaren Tagen weit nach Norden bis zur Sierra de Cazorla, Segura y Las Villas, nach Westen über Andújar und nach Süden bis zur Sierra Nevada. Das Refugio de Miramundos ist auch ein guter Pausenplatz vor dem letzten Anstieg.

Der Gipfel des Pico Mágina
Vom Refugio aus folgt der letzte Aufstieg zum eigentlichen Gipfel des Pico Mágina. Die Sunhikes-Route erreicht ihren höchsten Wegpunkt auf 2.148 Metern; den Gipfel selbst auf 2.167 Metern betritt man kurz für das Gipfelfoto an der traditionellen Gipfelsäule. Hier oben öffnet sich ein 360-Grad-Panorama: Im Osten erkennt man die langen Höhenrücken der Sierras de Cazorla und Segura, im Westen den Ebenenkranz um Jaén-Stadt, im Süden die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada mit Mulhacén und Veleta.

Wegkreuzung Collado del Puerto
Wichtiger Orientierungspunkt der Tour ist der Collado del Puerto – eine breite Wegkreuzung auf dem Bergsattel. Hier zweigen Wege zum Miramundos-Massiv und zu alternativen Gipfeln ab. Wer den Collado im Aufstieg überquert, sollte sich die Stelle für den Rückweg merken.
Die Hoya de los Tejos
Zwischen den steileren Aufstiegen liegt die Hoya de los Tejos – eine etwa vierhundert Meter lange Ebene mit Eiben und einer offenen Wiesenfläche. Sie ist die ideale Stelle für eine Brotpause vor oder nach dem Gipfelpush. Im Frühjahr zeigt sich hier mancherorts die seltene Viola cazorlensis, ein violetter Endemit der Region.
Pozos de Nieve und Hirtenhütten am Pico Mágina
Eine Besonderheit der Wanderung zum Pico Mágina sind die ethnografischen Spuren entlang der Route. Die kreisrunden Mulden im Gelände sind sogenannte Pozos de Nieve – historische Schneegruben, in denen die Hirten den Winterschnee zusammentrugen, mit Stroh isolierten und bis in den Sommer hinein konservierten. Der Schnee wurde dann in die Dörfer am Fuß der Sierra Mágina gebracht, wo er zur Kühlung von Lebensmitteln und zur Herstellung von Eisspeisen diente.
Entlang des Weges stehen rekonstruierte Hirtenhütten und Vieh-Ställe. Ihre Ursprünge reichen bis in die Jungsteinzeit zurück, genutzt wurden sie bis in die 1970er Jahre, bevor sie schließlich vom heutigen Cortijo de la Tosquilla abgelöst wurden. Die Mauern bestehen aus Trockenmauerwerk ohne Mörtel – ein traditionelles Bauprinzip, das im ganzen Mittelmeerraum verbreitet ist.

Flora und Fauna am Pico Mágina
Mit etwas Glück sieht man am Pico Mágina den Iberischen Steinbock, der hier seit Jahrzehnten heimisch ist. Auch der Steinadler und der Gänsegeier ziehen ihre Kreise über den Felswänden. Botanisch ist die seltene Viola cazorlensis das Highlight – eine Endemit-Art, die fast ausschließlich im Naturpark Sierra Mágina und in den Sierras de Cazorla vorkommt. Hinzu kommen kriechender Wacholder und stachelige Brombeersträucher in den höheren Lagen.
Beste Reisezeit für den Pico Mágina
Der Pico Mágina ist grundsätzlich ganzjährig begehbar. Doch jede Jahreszeit hat ihren eigenen Charakter – und ihre eigenen Anforderungen an Ausrüstung und Erfahrung.
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
|---|---|---|
| Frühling (März–Mai) | Mildes Klima, viele Wildblumen, klare Sicht zur Sierra Nevada | Optimale Reisezeit; Restschnee oberhalb 1.900 m möglich |
| Sommer (Juni–August) | Lange Tage, intensive Sonne, wenig Schatten am Aufstieg | Sehr früh starten, viel Wasser mitführen; Zufahrt evtl. gesperrt |
| Herbst (September–November) | Klare Fernsicht, kühlere Temperaturen, ruhiger als der Sommer | Beste Sicht auf Sierra Nevada; Tage werden schnell kurz |
| Winter (Dezember–Februar) | Schnee, Eis, kräftiger Wind in den Gipfellagen | Alpine Ausrüstung Pflicht; nur für erfahrene Bergsteiger |

Die produktivste Reisezeit für den Pico Mágina liegt zwischen Mitte April und Mitte Juni sowie im Oktober. Im Hochsommer empfehlen wir den Aufbruch vor Sonnenaufgang, um die Mittagshitze auf den offenen Hängen zu umgehen.
Ausrüstung für die Pico-Mágina-Wanderung
Die Wanderung zum Pico Mágina verlangt eine durchdachte Ausrüstung. Der Aufstieg ist nicht technisch, doch das Gelände ist felsig, oft glatt poliert vom Karst und im oberen Teil deutlich exponiert. Folgende Liste hat sich bewährt:
| Schuhwerk | Knöchelhöhe Wanderschuhe mit fester Sohle, eingelaufen |
|---|---|
| Kleidung | Zwiebelprinzip: Funktionsshirt, Fleece oder Softshell, Windjacke; im Winter zusätzlich Hardshell |
| Wasser | Mindestens 2 Liter pro Person, im Sommer 3 Liter; keine Quelle unterwegs |
| Verpflegung | Belegte Brote, Trockenfrüchte, Nüsse – leicht und energiereich |
| Navigation | GPS oder Sunhikes-Routenkarte; Wegmarkierung Subida a Pico Mágina y Miramundos folgt nicht durchgängig sichtbaren Schildern |
| Sonnenschutz | Hut, Sonnenbrille, Sonnencreme – wenig Schatten auf der Route |
| Zusatz Winter | Grodel oder Spikes, Stöcke, ggf. Eispickel bei Vereisung |
| Notfall | Stirnlampe, Pfeife, Erste-Hilfe-Set, geladenes Handy |

Wer in der Sierra Mágina wandern möchte, sollte zudem nicht auf Wechselkleidung im Rucksack verzichten: Das Wetter kann auf 2.000 Metern Höhe rasch umschlagen, gerade im Frühling und Herbst.
Wandern in der Sierra Mágina: Empfehlungen rund um den Pico Mágina
Wer den Pico Mágina als Hauptziel einer Sierra-Mágina-Wanderwoche wählt, kann das Erlebnis mit anderen Routen der Region kombinieren. Drei Vorschläge für eine Mehrtagestour:
| Kombination | Zweite Wanderung | Charakter |
|---|---|---|
| Klassiker | Río Cuadros / Adelfales | Leichte Talwanderung durch einen der größten Oleanderwälder Europas |
| Burgenfreund | Sendero de Las Vinas mit Torreón de Cuadros | Maurischer Wachturm aus dem 15. Jh., 8,4 km, moderate Schwierigkeit |
| Geologisch | Torcal de Albánchez de Mágina | Felsformationen mit Meeresfossilien aus 16 Mio. Jahren, GR-7 |
Die vollständige Route zum Pico Mágina sowie GPS-Track und weitere Details findet man auf der Routenseite zum Pico Mágina auf Sunhikes.

GPS-Track und 3D-Routenplaner zum Pico Mágina
Wer die Wanderung auf den Pico Mágina mit GPS-Daten vorbereiten möchte, findet alle relevanten Informationen auf der zentralen Routenseite des Sunhikes-Wanderportals: Distanz, Höhenmeter, höchster und niedrigster Punkt, Routencharakter, Wegmarkierung sowie das vollständige Höhenprofil. Der GPX-Track lässt sich direkt herunterladen und auf Smartphone oder GPS-Gerät übertragen.
Zur Routenseite mit GPS-Track auf Sunhikes: Wanderung auf den Pico Mágina
Wer die Tour auf den Pico Mágina individuell anpassen oder mit weiteren Etappen kombinieren möchte (etwa mit dem Refugio de Miramundos als Zwischenziel oder einem Abstieg über Mata Bejid), kann den 3D-Routenplaner von Sunhikes nutzen. Im 3D-Modus lassen sich Wegpunkte verschieben, Höhenprofile prüfen und alternative Streckenführungen testen. Bestehende GPX-Tracks können importiert und bearbeitet werden.
Eigene Route am Pico Mágina planen mit dem 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps für den Pico Mágina
Wer eine Tour auf den Pico Mágina plant, profitiert von ein paar erprobten Hinweisen aus der Region:
Basislager für die Tour ist meist eines der Bergdörfer rund um den Naturpark. Huelma und Cambil liegen besonders günstig zum Cortijo de la Tosquilla. Albánchez de Mágina ist eine gute Alternative, wenn man die Tour mit Burgen-Besuchen oder dem Aufstieg zum Aznaitín verbinden will. In Arbuniel, einem Ortsteil von Cambil, befindet sich zudem die einzige Bodega der Sierra Mágina – die Casería los Alfarjes mit ihrem Tempranillo-Wein.
Wer frühmorgens startet, hat den Vorteil klarer Fernsicht und kühler Temperaturen am Anstieg. Die späte Vormittagssonne erreicht oft erst gegen elf Uhr die Süd- und Westhänge – ideal also für einen Start zwischen 7 und 8 Uhr. Im Sommer ist Sonnenschutz auf der gesamten Route essenziell, in den anderen Jahreszeiten reicht die Standardausrüstung.
Hunde sind im Parque Natural Sierra Mágina an der Leine erlaubt, sollten aber nur mitgenommen werden, wenn sie bergerfahren sind – die Karstböden, scharfen Steine und langen Distanzen ohne Wasserstellen sind anspruchsvoll. In den Sommermonaten ist davon abzuraten.
Hinweis: Naturpark und Wandertouren
Der Pico Mágina liegt im Parque Natural Sierra Mágina, einem geschützten Naturraum seit 1989. Es gelten die üblichen Regeln eines spanischen Naturparks: Wegegebot, Abfall-Mitnahme, kein offenes Feuer, keine Pflanzen-Entnahme. Eine spezielle Permit-Pflicht zur Besteigung des Pico Mágina besteht aktuell nicht. Die Sunhikes-Route Subida a Pico Mágina y Miramundos ist frei begehbar. In den Sommermonaten kann die Zufahrt zum Cortijo de la Tosquilla zum Schutz der natürlichen Umgebung gesperrt sein – in diesem Fall verlängert sich der Aufstieg um den Feldweganteil.
Aktuelle Hinweise zu Naturpark-Regeln und Wegesperrungen findet man im Centro de Visitantes Mata Bejid an der A-324 km 15 zwischen Cambil und Huelma.
Häufige Fragen zum Pico Mágina
Wie schwierig ist die Wanderung auf den Pico Mágina?
Wie hoch ist der Pico Mágina?
Wann ist die beste Zeit, den Pico Mágina zu besteigen?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juni 2026.
Weiterführende Informationen zur Sierra Mágina und ihren Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Region:


